Aus eigener Erfahrung
Ich bin Immobilienmaklerin.
Und trotzdem musste ich auf die Terrasse.
Als wir unser eigenes Haus nach ungefähr 14 Jahren verkaufen wollten, war ich selbstverständlich überzeugt, dass Besichtigungen überhaupt kein Problem werden würden. Schließlich bin ich Immobilienmaklerin.
Wir hatten wochenlang geräumt, vorbereitet, gestagt und wirklich jeden Winkel auf Vordermann gebracht. Ein damaliger freier Mitarbeiter sollte mich bei den Besichtigungen unterstützen.
Er erinnerte mich noch daran, was wir unseren Eigentümern selbst immer sagen: Bei der Besichtigung besser nicht dabei sein.
Meine Antwort war sinngemäß: „Ach papperlapapp. Ich bin Profi. Du bist ja dabei.“
Ungefähr bis zur dritten Besichtigung funktionierte das auch. Dann kamen die Fragen.
Warum ist das so? Warum habt ihr das so gemacht? Warum ist das Bad oben neu und unten nicht?
„Oh Mann. Du bist hier gerade nicht die Maklerin. Das ist dein Haus.“
Mein Kollege merkte es offenbar ebenfalls. Er sah mich an und sagte: „So, Frau Berger. Du gehst jetzt brav mit deinem Kaffee und deinen Zigaretten auf die Terrasse. Du antwortest nur noch, wenn ich dich etwas frage. Den Rest mache ich hier drin alleine.“
Und wissen Sie was? Er hatte recht.